Employer Branding
Intern vs. extern
- Internes Employer Branding: Kultur, Führung, Entwicklung, Benefits — wirkt auf Bindung & Weiterempfehlung
- Externes Employer Branding: Karriereseite, Social Media, Kununu, Anzeigen — wirkt auf Recruiting
- Wechselwirkung: schlechte interne Kultur → schlechte Kununu-Bewertungen → schwaches externes Bild
EVP (Employer Value Proposition) entwickeln
Die EVP beantwortet: „Warum sollten Menschen bei uns arbeiten — und nicht beim Wettbewerber?" Sie muss ehrlich, spezifisch und differenzierend sein. Floskeln wie „familiäre Atmosphäre" oder „flache Hierarchien" wirken heute kontraproduktiv.
- Analyse: Mitarbeiterbefragung, Exit-Interviews, Kununu-Reviews
- Definition: 3–5 tragende Werte, die messbar hinterlegt sind
- Kommunikation: konsistent über alle Touchpoints (Karriereseite, Anzeige, Onboarding)
Wichtigste Kanäle 2026
- Kununu / Glassdoor: 87% der Bewerber prüfen vor Bewerbung (Studie StepStone)
- LinkedIn Company Page + Mitarbeiter-Advocacy
- Karriereseite (mobile-optimiert, Ladezeit < 2 s, direkter Bewerbungsflow)
- Instagram / TikTok für Azubi- und Young-Professional-Recruiting
- Google-Rezensionen (Local SEO für Standorte)
Messbare KPIs
- Cost per Hire (Ziel: < 4.500 €)
- Time to Hire (Ziel: < 45 Tage)
- Bewerbungen pro Stelle
- Kununu-Score & Weiterempfehlungsrate
- Frühfluktuation < 10% (Kündigung in ersten 6 Monaten)
- eNPS (Employee Net Promoter Score)
Häufige Fragen zu Employer Branding
Was bringt Employer Branding konkret?▾
Starke Arbeitgebermarken senken laut LinkedIn Talent Solutions die Cost per Hire um bis zu 50 % und die Fluktuation um bis zu 28 %, zudem verdoppelt sich die Zahl qualifizierter Bewerbungen. Employer Branding wirkt also sowohl auf die Recruiting-Kosten als auch auf die Mitarbeiterbindung. Unternehmen sollten deshalb KPIs wie Cost per Hire, Time to Hire und Frühfluktuation regelmäßig messen, um den Erfolg der Maßnahmen zu belegen.
Lohnt sich Employer Branding für 20-Mitarbeiter-Firmen?▾
Ja, Employer Branding lohnt sich gerade für Unternehmen dieser Größe. Eine authentische Karriereseite, ein gepflegtes Kununu-Profil und ein Recruiting-Kanal wie LinkedIn oder Indeed kosten zusammen unter 5.000 € pro Jahr und amortisieren sich bereits mit einer eingesparten Fehlbesetzung. Kleinere Unternehmen sollten mit wenigen, aber konsistent gepflegten Kanälen starten, statt sich zu verzetteln.
Kann ich Kununu-Bewertungen beeinflussen?▾
Kununu-Bewertungen lassen sich nur indirekt beeinflussen, etwa durch ehrlichen Umgang mit Kritik, aktives Antworten auf negative Bewertungen und gezieltes Nachfragen bei zufriedenen Mitarbeitern. Gekaufte oder erzwungene Bewertungen sind wettbewerbsrechtlich verboten und werden von Kununu erkannt und gelöscht. Da laut StepStone-Studie 87 % der Bewerber solche Portale vor der Bewerbung prüfen, sollten Unternehmen Bewertungen konsequent und authentisch pflegen.