Mutterschutz
Schutzfristen: 6 Wochen vor, 8 Wochen nach der Geburt
Nach § 3 MuSchG darf die Arbeitnehmerin 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin nicht mehr beschäftigt werden (Vor-Schutzfrist). Sie kann jedoch auf eigenen Wunsch weiterarbeiten und diese Erklärung jederzeit widerrufen.
Nach der Entbindung gilt ein absolutes Beschäftigungsverbot von 8 Wochen — verlängert auf 12 Wochen bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten oder Behinderung des Kindes (bei Behinderungsdiagnose innerhalb von 8 Wochen nach Geburt und Antrag).
Kündigungsschutz nach § 17 MuSchG
Vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ablauf von 4 Monaten nach der Entbindung ist eine Kündigung durch den Arbeitgeber unzulässig (§ 17 MuSchG). Der Schutz greift auch bei Fehlgeburt nach der 12. Schwangerschaftswoche.
Der Arbeitgeber muss von der Schwangerschaft Kenntnis haben oder innerhalb von 2 Wochen nach Zugang der Kündigung informiert werden. Eine Kündigung ist nur mit Zustimmung der obersten Landesbehörde für Arbeitsschutz in besonderen Fällen möglich.
Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss
Während der Schutzfristen erhält die Arbeitnehmerin Mutterschaftsgeld von der gesetzlichen Krankenkasse (max. 13 €/Kalendertag) plus einen Arbeitgeberzuschuss in Höhe der Differenz zum bisherigen Netto-Durchschnittsverdienst der letzten 3 Monate (§ 20 MuSchG).
Für privatversicherte Frauen und Minijobberinnen zahlt das Bundesamt für Soziale Sicherung ein einmaliges Mutterschaftsgeld von max. 210 €.
Beschäftigungsverbote (§§ 4, 5, 11, 12 MuSchG)
- Verbot der Nachtarbeit (20:00–06:00 Uhr) — Ausnahmen bis 22:00 Uhr möglich
- Verbot von Sonn- und Feiertagsarbeit — Ausnahmen mit Zustimmung der Arbeitnehmerin
- Verbot von Mehrarbeit (max. 8,5 Std./Tag, 90 Std./Doppelwoche)
- Verbot von körperlich schwerer Arbeit, Akkord, Fließbandarbeit mit vorgeschriebenem Tempo
- Verbot des Umgangs mit gefährlichen Stoffen, Strahlung, Infektionsgefahr
Gefährdungsbeurteilung durch den Arbeitgeber
Nach § 10 MuSchG muss der Arbeitgeber jeden Arbeitsplatz auf mögliche Gefährdungen für schwangere und stillende Frauen prüfen (auch anlassunabhängig!). Bei Anzeige einer Schwangerschaft ist unverzüglich eine konkrete Gefährdungsbeurteilung zu erstellen und ggf. Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Stillzeiten (§ 7 MuSchG)
Stillenden Müttern ist auf Verlangen die zum Stillen erforderliche Zeit freizugeben — mindestens 2 × ½ Stunde oder 1 × 1 Stunde täglich in den ersten 12 Monaten nach der Geburt. Diese Zeit darf nicht vor- oder nachgearbeitet werden und ist voll zu vergüten.
Häufige Fragen zu Mutterschutz
Wann muss ich meine Schwangerschaft dem Arbeitgeber mitteilen?▾
Die Mitteilung sollte erfolgen, sobald die Schwangerschaft bekannt ist (§ 15 MuSchG), denn erst dann greifen die vollen Schutzvorschriften und der Kündigungsschutz nach § 17 MuSchG wirksam. Eine feste gesetzliche Frist für die Mitteilung gibt es zwar nicht, doch je früher der Arbeitgeber informiert wird, desto schneller kann er die erforderliche Gefährdungsbeurteilung nach § 10 MuSchG durchführen und Schutzmaßnahmen für den Arbeitsplatz einleiten.
Wer zahlt das Gehalt während des Mutterschutzes?▾
Während der Schutzfristen zahlt die gesetzliche Krankenkasse Mutterschaftsgeld von maximal 13 € pro Kalendertag, ergänzt durch einen Arbeitgeberzuschuss in Höhe der Differenz zum bisherigen Netto-Durchschnittsverdienst der letzten drei Monate (§ 20 MuSchG). Für privat versicherte Frauen und Minijobberinnen zahlt das Bundesamt für Soziale Sicherung ein einmaliges Mutterschaftsgeld von maximal 210 €. Der Arbeitgeber erhält seinen Zuschuss über das U2-Umlageverfahren vollständig erstattet.
Kann ich während des Mutterschutzes gekündigt werden?▾
Nein, nach § 17 MuSchG gilt ein absoluter Kündigungsschutz vom Beginn der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung, der auch bei einer Fehlgeburt nach der 12. Schwangerschaftswoche greift. Eine Kündigung ist in diesem Zeitraum nur mit ausdrücklicher Zustimmung der obersten Landesbehörde für Arbeitsschutz in besonderen Ausnahmefällen zulässig. Der Arbeitgeber muss dabei Kenntnis von der Schwangerschaft haben oder innerhalb von zwei Wochen informiert werden.
Muss ich die Vor-Schutzfrist nehmen?▾
Nein, die sechswöchige Vor-Schutzfrist vor der Geburt ist freiwillig: Sie können auf eigenen Wunsch bis zur Geburt weiterarbeiten, wenn Sie dies schriftlich erklären, und diese Erklärung jederzeit widerrufen. Die achtwöchige Nach-Schutzfrist nach der Entbindung ist dagegen absolut und darf nicht verkürzt werden, bei Frühgeburten, Mehrlingen oder Behinderung des Kindes verlängert sie sich sogar auf zwölf Wochen. Beantragen Sie einen Verzicht rechtzeitig schriftlich beim Arbeitgeber.
Gilt Mutterschutz auch im Homeoffice?▾
Ja, das Mutterschutzgesetz gilt unabhängig vom Arbeitsort und damit auch im Homeoffice. Der Arbeitgeber muss nach § 10 MuSchG auch für den häuslichen Arbeitsplatz eine konkrete Gefährdungsbeurteilung durchführen und geeignete Schutzmaßnahmen sicherstellen, etwa hinsichtlich Arbeitszeit, Nachtarbeitsverbot und Belastung. Panther HR kann Schutzfristen automatisch berechnen und die Fehlzeit-Kategorie „Mutterschutz" mit Kündigungsschutz-Kennzeichnung im System hinterlegen, damit nichts übersehen wird.